Viele werden sich sicher fragen, warum ich das mit der ganzen Müllvermeidung überhaupt angefangen habe.

Wie so manches in meinem Leben war es am Anfang nur eine echt verrückte Idee:
Vor der Fastenzeit im Frühjahr 2016 habe ich mir wie jedes Jahr überlegt, was und ob ich dieses Jahr fasten will. Und in meinem Kopf keimte die Idee auf, dieses Jahr doch einfach mal Müll zu fasten.

Ich kam auf das Buch „Zero Waste Home“ von Bea Johnson und habe es verschlungen.

Und seitdem bin ich beim „Fasten“ geblieben.

Ich habe vieles umgestellt in meinem Leben und werde weiter einiges verändern müssen. Wenn z.B. mein Klebstoff-Vorrat aufgebraucht ist. Oder wenn ich keine plastikfreie Mascara finde.

Es gibt noch einige Herausforderungen zu meistern und ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf meinem Weg begleitet.

Plastikmüll der letzten Zeit

Vor genau 20 Tagen wurde unser Gelber Sack (aka Gelbe Tonne, Plastikmüll, recycelbares) zuletzt abgeholt.

Morgen steht die Leerung wieder an und ich wollte euch teilhaben lassen, was sich bei uns zusammen gesammelt hat.

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Wir verbrauchen einfach so nach und nach die Dinge, die wir vor unserer plastikfreien Revolution gekauft haben und trotzdem fallen aber auch neue Verpackungen und dergleichen an:

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Neu angefallener Müll

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„Alter“ Müll, Dinge die wir noch aufbrauchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir versuchen weiter, unser Müllvolumen zu verringern, ich bin gespannt, wie es bei der nächsten Leerung aussieht…

 

Im Frühjahr diesen Jahres, als ich Bekanntschaft mit Bea Johnsons Buch „Zero Waste Home“ gemacht habe, war klar, dass wir einen Kompost brauchen.
Das Problem hier ist nämlich, dass wir keinen Biomülleimer haben. Der kommt für uns nach meiner Nachfrage bei der Stadt wohl erst Mitte bis Ende 2017. Und das ist noch ganz schön lange hin.
Bis dahin habe ich es aber nicht eingesehen, meinen Müll in die (bei uns schwarze) Restmülltonne zu werfen. Der Müll ist sonst viel zu feucht und der Verbrennungsvorgang im Müllwerk klappt dann leider nicht so gut.
Außerdem können wir mit einem eigenen Kompost wertvolle Erde machen (lassen), die wir wieder verwenden können.

Um die 6 R-Regel zu beachten habe ich mir also allerhand Gedanken gemacht:
Kompost zu meinen Eltern fahren (die haben einen Komposthaufen im Garten) oder selbst einen Kompost anlegen? Aber wie soll das gehen, mitten in der Stadt?

Ich habe etwas recherchiert und bin schließlich auf einen Beitrag bei youtube gestoßen, der mir weiter geholfen hat.

Der Komposter ist aus Plastik. Ich weiß. Zunächst habe ich auch darüber nachgedacht, ob es auch anders gehen würde. Mir ist aber dann so schnell keine einfachere Alternative eingefallen.
Wir also los zum Baumärktchen um die Ecke und eingekauft: Einen großen Pflanzkübel und zwei Flache Auffangschalen.

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Wir haben den Eimer mit vielen Löchern mit Hilfe unserer Bohrmaschine präpariert. Überall an den Seiten und unten haben wir eingebohrt, damit der Kompost schön belüftet wird. Einen der fachen Schalen haben wir mit einem kleinen Griff aus Paketschnur versehen, der andere steht einfach nur unten drunter um Feuchtigkeit aufzusammeln, die aus dem Eimer austritt.

Weil ich den Kompost gerne mit Leben füllen wollte, bin ich noch zu meinen Eltern an den Komposthaufen gegangen und habe dort ein paar hübsche Regenwürmer ausgegraben. Die leisten jetzt ganze Arbeit, vermehren sich fleißig und helfen dabei, aus meinen Küchenabfällen gute Erde zu machen.

Mein lieber Mann trinkt für sein Leben gerne (wie fast alle Männer seiner Familie) Instant-Kakaogetränke.

Inzwischen spielen sich fast dramatische Szenen ab, da unser Vorrat des süßen braunen Pulvers zur Neige geht und man inzwischen mehr Boden als Kakao in der vor ein paar Monaten gekauften Verpackung sieht.

Dieses leckere Getränkepulver gibt es in verschiedenen Variationen: bio, konventionell, in einer Dose verpackt, in einer Plastiktüte, mit Bananen- oder sonstigem Geschmack…

Aber: Alle diese Produkte genügen nicht meinen Ansprüchen an Zero Waste und daher habe ich (zum Leidwesen meines Gatten) kein leckeres Kakaopulver mehr gekauft.
Bei meinen Recherchen im Internet flog mir dann ein Rezept zu. Und voller Elan habe ich mich an das Rezept gemacht:

20g Backkakaopulver
80g Zucker

Beides in eine dazu fähige Küchenmaschine geben und dort pulverisieren.

Super einfach. Ging auch super schnell. Das Ergebnis schmeckte „trocken“ gut. Zumindest nicht übel. Und Backkakao und Zucker gibt es ja auch bekanntlich in Papier zu kaufen. Ich dachte „Yeah!“ und schenkte mir ein Glas (kalte) Milch ein. Pulver dazu. Enttäuschung groß.

Das Pulver löste sich nicht. Meine Euphorie war dahin. In warmer Milch ging es dann, aber wer mag schon immer warmen Kakao trinken?

Also tranken wir eben meine Mixtur, mussten zig mal rühren und hatten dann eben doch staubige Getränkebällchen im Mund.
Und jetzt? Ist das mal wieder fast leer.

Und weil ich meinen Mann sehr gerne habe und ich ihn nicht auf Kakao-Entzug erleben will, habe ich heute in den sauren Apfel gebissen.
Bei einem Besuch in unserem Bio-Markt ums Eck gab es das hier:

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Jetzt probieren wir das mal. Ohne Zero Waste, mit Plastikverpackung.

Falls jemand eine Idee hat, wie wir das Problem zukünftig lösen können, nur her damit! Vielleicht verkauft ihr zufälligerweise kiloweise Instant-Pulver in eurem Laden? Oder ihr habt ein Rezept, das besser funktioniert? Nur her damit!

Heute habe ich eine kleine Einkaufsrunde gemacht, nur ein paar Dinge, die wir eben so brauchten.

Ich will euch teilhaben lassen, was ich so alles heim gebracht habe:

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  • Kaffee aus der Kaffeerösterei unseres Vertrauens
  • Speisequark im Pfandglas (wir sind noch auf der Suche nach Schmand-Ersatz,,,)
  • veganer Zwiebelschmelz (lecker!!)
  • Senf (unsere Tube ist leer gegangen, da musste was im Glas her)
  • ein Pfund Instant-Kakao. In Plastik. Weil es nichts anderes gibt. Oder so. (siehe auch: Die Sache mit dem Kakao…)