Seit einer Woche sind wir jetzt also schon in Frankreich im Urlaub.
Wir genießen die Sonne, die Wärme, das Nichtstun.

Da wir uns ein Wohnmobil ausgeliehen haben und uns selbst versorgen, mussten wir zu Anfang also ein paar Einkäufe tätigen. Auch im großen Supermarkt war das (fast) kein Problem, Gemüse und Obst gibt es hier ja in Hülle und Fülle.
Beim Kauf von Nudeln und Couscous haben wir auch Optionen ohne Sichtfenster gefunden, was uns sehr gefreut hat (Notiz an mich: Vielleicht müssen wir uns mal noch einen Vorrat zulegen??).

Schwierig wurde es aber bei der Milch. Hier gibt es NUR Plastikflaschen oder Tetrapak.
Wir standen also vor dem Regal. Schauten uns die Flaschen an: Kein Pfandsymbol in Sicht.
Das Frischeregal wurde ausgespäht, hier gab es aber auch nur Frischmilch in Plastikflaschen.

Was haben wir also getan: Wir haben keine Milch gekauft!

Im Wohnmobil gibt es allerdings noch ein paar Liter Tetrapak-Milch, die meine Schwiegereltern da immer vorsorglich lagern.
Mein lieber Mann brauchte mal Zwischendurch einen Kaba oder Milch im Kaffee oder ähnliches. Deshalb ist eine der Milchkartons uns zum Opfer gefallen.
Aber inzwischen kämpfen wir mit uns, wie wir das noch eine Woche lang machen sollen.
Sollen wir Milch kaufen, trotz Plastik? Finden wir Milch in Glasflaschen? Trinken wir noch mehr von der Milch im Wohnmobil?

Bis dazu eine Entscheidung gefällt ist, trinke ich auch weiterhin Kaffee ohne Milch.
Dafür mit einem halben Löffel mehr Zucker.

UPDATE VOM 25.07.:

Wir haben keine Milch mehr gekauft in Frankreich und ich habe zu Hause erst mal ein großes Glas kalte, frische, leckere Milch aus der Pfandflasche getrunken. 🙂

Ich studiere mit mehr oder weniger großer Leidenschaft.

Und zu Hause ist meine Konzentration leider immer wieder in Gefahr, verloren zu gehen: Weil ich ja meist furchtbar wichtige Dinge zu tun habe wie Wäsche waschen, mal wieder Fenster putzen,…
Ihr kennt das sicher. Und niemand kann mir sagen, dass er nicht weiß, was ich meine.

Da ich „unter Aufsicht“ besser lernen kann als alleine, verkrümele ich mich daher auch ab und zu mal in ein Café mit WLAN. Warum?

  1. Dort gucken mir nämlich zum einen mal Leute zu und ich kann nicht so tun als ob ich nix mache.
  2. Ich kann nebenher online die Musik meiner Wahl hören.
  3. Es gibt Kaffee oder ähnliches.

Heute war ich also mal wieder voll motiviert, bin los gefahren, angekommen.

Die Karte las sich lecker, was dann folgte, war diese Konversation:

„Einen Coffee Marshmellow Chocolate Frappuccino zum hier Trinken, bitte“
(hatte ich im Kopf gut geübt, kam sehr flüssig raus)
——– Der nette Herr nimmt einen Plastikbecher vom Stapel.
„Zum hier Trinken, bitte.“
——–„Mache ich, ja“, sagte er und schreibt meinen Wunsch auf den Becher. Fix geht das. Profi eben.
„Machen Sie das nicht in eine Tasse?“
——- „Nein, Kaltgetränke sind bei uns immer im Becher.“
„Okay…“

Er guckte mich an, ziemlich seltsam. Ich verstummte. Ich wollte noch fragen, ob er nicht heute ausnahmsweise das Kaltgetränk auch in eine Tasse machen könnte. Da war ja aber der Becher eh schon beschriftet. Und was hätte er mit dem wohl gemacht? Sicher nicht aufgehoben bis der nächste kommt, der dasselbe Getränk wollte wie ich. Der schöne Becher wäre also unbenutzt im Müll gelandet.
Also biss ich mir tapfer weiter auf die Zunge und konnte noch netten Herrn Nummer 2 daran hindern, einen Plastikdeckel auf meinen Plastikbecher zu machen.
Einen Strohhalm wollte ich auch nicht, der ist extra verpackt (Papier drumrum und dann noch das Hälmchen an sich). Also stand ich mal ne halbe Minute rum und überlegte, wie ich das Getränk mit dieser riesigen Sahnehaube konsumieren könnte. Meinen spork (ne Mischung aus spoon (engl. Löffel) und fork (engl. Gabel)) hatte ich nämlich daheim gelassen.

Also nahm ich widerwillig einen Plastiklöffel. Den kann man immerhin wiederverwenden.

Hier sitze ich nun also. Im Café mit meinem zuckersüßen Kaltgetränk, das irgendwie nicht so richtig schmecken will. Es ist zu süß, macht ein flaues Gefühl im Magen und der Nachgeschmack ist auch nicht so der Knaller…

Mein heutiger Zero Waste Fail

Mein heutiger Zero Waste Fail

 

Aber, so lernt man, wie bei allem. Fürs nächste Mal weiß ich Bescheid und BESTEHE auf mein Kaltgetränk in der Tasse. Ich hoffe, das klappt! Und den Becher nehme ich heute mit nach Hause. Mal sehen, was sich daraus machen lässt…

 

Ich beschäftige mich ernsthaft mit dem Thema Zero Waste.

Das fällt mir vor allem dann auf, wenn ich eigentlich selbstverständliche Dinge mal wieder in Frage stelle. So kam es, dass mir ziemlich früh Gedanken machen musste über unseren zukünftigen Toilettenpapier-Kauf.

Denn: Man gehe in einen Supermarkt oder eine Drogerie seiner Wahl. Das Toilettenpapier ist eigentlich immer in eine Folie verpackt. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen.
Habe einen der Toilettenpapier-Produzenten angerufen, bei dem das Papier zu 100% aus Recycling-Material ist. Er wirbt mit „Gut für mich und gut für die Natur“. Habe mal angemerkt, dass die Rollen früher mal tatsächlich mit Papier umwickelt waren (laut Internetrecherche) und dass es klasse wäre, wenn das mal wieder so gemacht werden würde. Auch weil die Zahl der kunststofffrei- Konsumierer  steigt.
Die Dame am Telefon wirkte aber so unbeeindruckt am Telefon, dass ich mich nicht gerade ernst genommen gefühlt habe.

Der Plan war dann eigentlich, an die Geschäftsführung zu schreiben. Das ist dann aber vor lauter Faulheit im Sande verlaufen.

Also habe ich es eine Weile ruhen lassen und einfach große Packungen Toilettenpapier gekauft. Da spart man dann effektiv an der Verpackung.

Vor ein paar Wochen allerdings habe ich bei ebay Kleinanzeigen jemanden gefunden, der zur Zeit Toilettenpapier aus einer Geschäftsauflösung verkaufte. Das Besondere daran: Es war Einzelblatt-Toilettenpapier. Also keine Rolle. Und jeder dieser kleinen Stapel des Papiers war nur mit einer Papierbanderole zusammen gehalten.

Ich also in Verhandlung getreten. Der Preis war mir aber anfangs zu hoch: Fast doppelt so teuer wie mein konventionelles Recycling-Papier.

Nach etwas Funkenstille meldete sich er nette Herr nochmals und wir haben uns auf einen Preis geeinigt.

Ich überwies das Geld, er schickte die Kartons zur Post.

Und heute kam es an: 8 von 10 (wo sind die beiden anderen geblieben…?) Kartons mit losem Toilettenpapier. Ich bat darum, dass er es so müllfrei wie möglich verpacken solle, aber Klebeband musste eben doch drum rum…

Ich bin gespannt, wie es sich schlägt, das Popo-Papier.

Meine (unvollständige) Toilettenpapier-Lieferung

Meine (unvollständige) Toilettenpapier-Lieferung