Ich studiere mit mehr oder weniger großer Leidenschaft.

Und zu Hause ist meine Konzentration leider immer wieder in Gefahr, verloren zu gehen: Weil ich ja meist furchtbar wichtige Dinge zu tun habe wie Wäsche waschen, mal wieder Fenster putzen,…
Ihr kennt das sicher. Und niemand kann mir sagen, dass er nicht weiß, was ich meine.

Da ich „unter Aufsicht“ besser lernen kann als alleine, verkrümele ich mich daher auch ab und zu mal in ein Café mit WLAN. Warum?

  1. Dort gucken mir nämlich zum einen mal Leute zu und ich kann nicht so tun als ob ich nix mache.
  2. Ich kann nebenher online die Musik meiner Wahl hören.
  3. Es gibt Kaffee oder ähnliches.

Heute war ich also mal wieder voll motiviert, bin los gefahren, angekommen.

Die Karte las sich lecker, was dann folgte, war diese Konversation:

„Einen Coffee Marshmellow Chocolate Frappuccino zum hier Trinken, bitte“
(hatte ich im Kopf gut geübt, kam sehr flüssig raus)
——– Der nette Herr nimmt einen Plastikbecher vom Stapel.
„Zum hier Trinken, bitte.“
——–„Mache ich, ja“, sagte er und schreibt meinen Wunsch auf den Becher. Fix geht das. Profi eben.
„Machen Sie das nicht in eine Tasse?“
——- „Nein, Kaltgetränke sind bei uns immer im Becher.“
„Okay…“

Er guckte mich an, ziemlich seltsam. Ich verstummte. Ich wollte noch fragen, ob er nicht heute ausnahmsweise das Kaltgetränk auch in eine Tasse machen könnte. Da war ja aber der Becher eh schon beschriftet. Und was hätte er mit dem wohl gemacht? Sicher nicht aufgehoben bis der nächste kommt, der dasselbe Getränk wollte wie ich. Der schöne Becher wäre also unbenutzt im Müll gelandet.
Also biss ich mir tapfer weiter auf die Zunge und konnte noch netten Herrn Nummer 2 daran hindern, einen Plastikdeckel auf meinen Plastikbecher zu machen.
Einen Strohhalm wollte ich auch nicht, der ist extra verpackt (Papier drumrum und dann noch das Hälmchen an sich). Also stand ich mal ne halbe Minute rum und überlegte, wie ich das Getränk mit dieser riesigen Sahnehaube konsumieren könnte. Meinen spork (ne Mischung aus spoon (engl. Löffel) und fork (engl. Gabel)) hatte ich nämlich daheim gelassen.

Also nahm ich widerwillig einen Plastiklöffel. Den kann man immerhin wiederverwenden.

Hier sitze ich nun also. Im Café mit meinem zuckersüßen Kaltgetränk, das irgendwie nicht so richtig schmecken will. Es ist zu süß, macht ein flaues Gefühl im Magen und der Nachgeschmack ist auch nicht so der Knaller…

Mein heutiger Zero Waste Fail

Mein heutiger Zero Waste Fail

 

Aber, so lernt man, wie bei allem. Fürs nächste Mal weiß ich Bescheid und BESTEHE auf mein Kaltgetränk in der Tasse. Ich hoffe, das klappt! Und den Becher nehme ich heute mit nach Hause. Mal sehen, was sich daraus machen lässt…