Schmalzige Angelegenheit

 

Heute mal ein Thema, das man so auch nicht alle Tage liest – Ohrhygiene.

Wenn man sich mal näher mit dem Thema Schmalzextraktion 🙂 beschäftigt, hört man schnell die Meinung, dass man das bloß nicht machen sollte – mit so einem Stäbchen im Ohr herum stochern. Die Ohrologen meinen, es bestehe die Möglichkeit, dass man durch Wattestäbchen den ganzen guten Schmalz in Richtung Trommelfell schiebt. Außerdem kann man ja mit den Stäbchen das Trommelfell verletzten.
Also der Expertenrat: Nicht im Ohr herum stochern!

Ich für meinen Teil höre aber besser nach dem Ohren putzen und manchmal juckt es eben einfach im Ohr.
Meine Methodik will ich hier auch keinem auferlegen – wenn ihr Ohrenputzgegner seid ist das auch okay.

Die handelsüblichen Wattestäbchen, die ich immer gekauft habe, waren in einer Kunststoffschachtel/-tüte. Zudem hatten die ja auch immer so ein Kunststoff-Stäbchen in der Mitte.

Ich habe aber bei dm dann irgendwann Bio-Wattestäbchen gefunden, die ein Stäbchen aus Papier haben. Das ist natürlich super praktisch, weil ich die dann nämlich einfach in unseren Komposteimer werfen kann. Nachteil: Die Packung hat ein kleines Kunststoff-Sichtfenster.
Ganz wie ich bin, habe ich dann mal ne Anregung per Mail an dm geschickt, dass das ja klasse wäre, das Sichtfenster abzuschaffen. Als Antwort bekam ich, dass das „als optische Produktbeschreibung“ dient. Sie würden meinen Vorschlag aber prüfen. Immerhin.

Nun gut. Ich war also auf der Suche, nach einer wirklich müllfreien Alternative. Ich wurde fündig!
Bei meinem Lieblings-Anzeigenportal ‚ebay Kleinanzeigen‘ habe ich jemanden gefunden, der diesen Ohrenputzer aus Metall anbietet. Ich habe also zugeschlagen und wenige Tage später, hatte ich dann das gute Stück bei mit im Bad:

Mein Ohrenputzerle

Mein Ohrenputzerle

Mit dem muss man einfach vorsichtig ins Ohr fahren und mit der kleinen Spitze das gute Schmalz heraus holen. Dann an einem Blatt Toilettenpapier absteifen und so lange machen, bis der Gehörgang sauber ist.
Ziemlich einfach, ziemlich effektiv.
Und dazu praktisch ohne Müll. Spitze, oder?

Wer hätte gedacht, dass Werbung so nervig sein kann…

engl.:

to rant (and rave) about sth.

dt.:

gegen etw. wettern
an etw.  herumschimpfen

 

Ich werde dann also mal los schimpfen. 🙂

Ich versuche seit Beginn meiner Reise zu Zero Waste , auch unseren Briefkasten von sinnlosem Müll frei zu halten.

Was habe ich getan, um das (ziemlich erfolgreich) zu schaffen?

  • Wir haben unsere Kontoauszüge auf digitalen Bezug umgestellt
  • Ich habe die Zeitschrift vom Berufsverband abbestellt
  • Bei den Geschäften, in denen ich namentlich als Kunde bekannt bin, habe ich sämtliche Werbesendungen einstellen lassen
  • Wenn ich etwas online kaufe, bitte ich immer darum, es (wenn möglich) nur in einem Umschlag zu verschicken und möglichst ohne Plastik
  • Ich habe einen Aufkleber an den Briefkasten angebracht:

 

20160620_103934

Unser Briefkasten

Nur leider ist dieses Schildchen wohl nicht deutlich genug.
Ich habe mir also die Mühe gemacht, bei jedem Einwurf an die Firma zu schreiben. Oder anzurufen. So hatte ich das bei der Verbraucherzentrale gelesen. Die schreiben auch, dass der Aufkleber „Keiner Werbung einwerfen“ gegen kostenlose Zeitungen nicht hilft. Also habe ich meinen Aufkleber ja deutlich erweitert.

Wenn ich dann mal wieder einen solchen hübschen bunten Zettel finde, schreibe ich eine unmissverständliche Mail. Teilweise kommt dann auch eine Antwort, teils aber auch nicht.
Mit einem Pizzalieferdienst hatte ich zwei sehr gute Telefonate, bei denen mein Gegenüber sehr verständnisvoll war und mir versprochen hat, dass sich was ändern wird.

Nach dem Einwurf eines Flyers einer Glaubensgemeinschaft bekam ich von der Vorsitzenden die Auskunft, dass da wohl jemand einfach so (ohne Erlaubnis von „oben“) deren Zettel verteile. Sie wüsste davon nämlich nichts.

Und dennoch gibt es eine Firma die mir, trotz Brief an die Geschäftsführung, weiter knallig rosa Gutscheine für ihren Lieferservice einwirft. Ich habe zig Emails geschrieben, suche weiterhin verzweifelt nach einer Telefonnummer, habe die Verbraucherzentrale telefonisch zu dem Fall befragt (die sagen übrigens, dass dieses Verhalten das Unternehmen als äußerst unprofessionell erscheinen lässt). Ich hoffe weiterhin, dass das der letzte Flyer seiner Art war. Und trotzdem denke ich darüber nach, was die nächsten Schritte sein könnten und wie ich das in den Griff bekomme.
Hat jemand von euch einen Vorschlag?

Soweit mal von mir, hier noch eine Auswahl der Werbeeinwürfe der letzten Wochen (ich hebe die immer auf, dann kann ich bei wiederholtem Einwurf nochmal hin schreiben 🙂 )

Werbeeinwürfe in unserem Briefkasten

Werbeeinwürfe in unserem Briefkasten

„Zero Waste“ sind wir noch lange nicht

 
Es ist mal wieder Zeit, dass unser Gelber Sack mit all unserem Kunststoffmüll abgeholt wird.
Den zeige ich euch auch diesmal.

Wie ihr sehen könnt, sind wir noch etwas entfernt von „Zero Waste“, wir bemühen uns aber weiter, das gefühlt Unmögliche möglich zu machen.

Ich weiß, dass nicht alles im gelben Sack bei uns einen grünen Punkt hat und dass ich das mit der Trennung da nicht so strikt mache.

Allerdings ist es so:
In Deutschland wird der Müll aus dem Gelben Sack sehr ordentlich sortiert. Es gibt sozusagen am Ende zwei große Haufen Kunststoffmüll:
Der Müll, der recyclelt wird. Und der Müll, der nicht recycelt werden kann.
Und was mit diesen beiden Haufen genau passiert und wie die Geschichte mit dem ganzen Kunststoff weiter geht, das erfahrt ihr mal in einem anderen Beitrag. 🙂

Jetzt will ich euch erst mal den Inhalt unseres Gelben Sacks zeigen:

Alles, was leer wurde oder sowieso schon in unserem Besitz war

Alles, was leer wurde oder sowieso schon in unserem Besitz war

Unser

Unser „neuer“ Müll