Wer hätte gedacht, dass Werbung so nervig sein kann…

engl.:

to rant (and rave) about sth.

dt.:

gegen etw. wettern
an etw.  herumschimpfen

 

Ich werde dann also mal los schimpfen. 🙂

Ich versuche seit Beginn meiner Reise zu Zero Waste , auch unseren Briefkasten von sinnlosem Müll frei zu halten.

Was habe ich getan, um das (ziemlich erfolgreich) zu schaffen?

  • Wir haben unsere Kontoauszüge auf digitalen Bezug umgestellt
  • Ich habe die Zeitschrift vom Berufsverband abbestellt
  • Bei den Geschäften, in denen ich namentlich als Kunde bekannt bin, habe ich sämtliche Werbesendungen einstellen lassen
  • Wenn ich etwas online kaufe, bitte ich immer darum, es (wenn möglich) nur in einem Umschlag zu verschicken und möglichst ohne Plastik
  • Ich habe einen Aufkleber an den Briefkasten angebracht:

 

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Unser Briefkasten

Nur leider ist dieses Schildchen wohl nicht deutlich genug.
Ich habe mir also die Mühe gemacht, bei jedem Einwurf an die Firma zu schreiben. Oder anzurufen. So hatte ich das bei der Verbraucherzentrale gelesen. Die schreiben auch, dass der Aufkleber „Keiner Werbung einwerfen“ gegen kostenlose Zeitungen nicht hilft. Also habe ich meinen Aufkleber ja deutlich erweitert.

Wenn ich dann mal wieder einen solchen hübschen bunten Zettel finde, schreibe ich eine unmissverständliche Mail. Teilweise kommt dann auch eine Antwort, teils aber auch nicht.
Mit einem Pizzalieferdienst hatte ich zwei sehr gute Telefonate, bei denen mein Gegenüber sehr verständnisvoll war und mir versprochen hat, dass sich was ändern wird.

Nach dem Einwurf eines Flyers einer Glaubensgemeinschaft bekam ich von der Vorsitzenden die Auskunft, dass da wohl jemand einfach so (ohne Erlaubnis von „oben“) deren Zettel verteile. Sie wüsste davon nämlich nichts.

Und dennoch gibt es eine Firma die mir, trotz Brief an die Geschäftsführung, weiter knallig rosa Gutscheine für ihren Lieferservice einwirft. Ich habe zig Emails geschrieben, suche weiterhin verzweifelt nach einer Telefonnummer, habe die Verbraucherzentrale telefonisch zu dem Fall befragt (die sagen übrigens, dass dieses Verhalten das Unternehmen als äußerst unprofessionell erscheinen lässt). Ich hoffe weiterhin, dass das der letzte Flyer seiner Art war. Und trotzdem denke ich darüber nach, was die nächsten Schritte sein könnten und wie ich das in den Griff bekomme.
Hat jemand von euch einen Vorschlag?

Soweit mal von mir, hier noch eine Auswahl der Werbeeinwürfe der letzten Wochen (ich hebe die immer auf, dann kann ich bei wiederholtem Einwurf nochmal hin schreiben 🙂 )

Werbeeinwürfe in unserem Briefkasten

Werbeeinwürfe in unserem Briefkasten

Ich studiere mit mehr oder weniger großer Leidenschaft.

Und zu Hause ist meine Konzentration leider immer wieder in Gefahr, verloren zu gehen: Weil ich ja meist furchtbar wichtige Dinge zu tun habe wie Wäsche waschen, mal wieder Fenster putzen,…
Ihr kennt das sicher. Und niemand kann mir sagen, dass er nicht weiß, was ich meine.

Da ich „unter Aufsicht“ besser lernen kann als alleine, verkrümele ich mich daher auch ab und zu mal in ein Café mit WLAN. Warum?

  1. Dort gucken mir nämlich zum einen mal Leute zu und ich kann nicht so tun als ob ich nix mache.
  2. Ich kann nebenher online die Musik meiner Wahl hören.
  3. Es gibt Kaffee oder ähnliches.

Heute war ich also mal wieder voll motiviert, bin los gefahren, angekommen.

Die Karte las sich lecker, was dann folgte, war diese Konversation:

„Einen Coffee Marshmellow Chocolate Frappuccino zum hier Trinken, bitte“
(hatte ich im Kopf gut geübt, kam sehr flüssig raus)
——– Der nette Herr nimmt einen Plastikbecher vom Stapel.
„Zum hier Trinken, bitte.“
——–„Mache ich, ja“, sagte er und schreibt meinen Wunsch auf den Becher. Fix geht das. Profi eben.
„Machen Sie das nicht in eine Tasse?“
——- „Nein, Kaltgetränke sind bei uns immer im Becher.“
„Okay…“

Er guckte mich an, ziemlich seltsam. Ich verstummte. Ich wollte noch fragen, ob er nicht heute ausnahmsweise das Kaltgetränk auch in eine Tasse machen könnte. Da war ja aber der Becher eh schon beschriftet. Und was hätte er mit dem wohl gemacht? Sicher nicht aufgehoben bis der nächste kommt, der dasselbe Getränk wollte wie ich. Der schöne Becher wäre also unbenutzt im Müll gelandet.
Also biss ich mir tapfer weiter auf die Zunge und konnte noch netten Herrn Nummer 2 daran hindern, einen Plastikdeckel auf meinen Plastikbecher zu machen.
Einen Strohhalm wollte ich auch nicht, der ist extra verpackt (Papier drumrum und dann noch das Hälmchen an sich). Also stand ich mal ne halbe Minute rum und überlegte, wie ich das Getränk mit dieser riesigen Sahnehaube konsumieren könnte. Meinen spork (ne Mischung aus spoon (engl. Löffel) und fork (engl. Gabel)) hatte ich nämlich daheim gelassen.

Also nahm ich widerwillig einen Plastiklöffel. Den kann man immerhin wiederverwenden.

Hier sitze ich nun also. Im Café mit meinem zuckersüßen Kaltgetränk, das irgendwie nicht so richtig schmecken will. Es ist zu süß, macht ein flaues Gefühl im Magen und der Nachgeschmack ist auch nicht so der Knaller…

Mein heutiger Zero Waste Fail

Mein heutiger Zero Waste Fail

 

Aber, so lernt man, wie bei allem. Fürs nächste Mal weiß ich Bescheid und BESTEHE auf mein Kaltgetränk in der Tasse. Ich hoffe, das klappt! Und den Becher nehme ich heute mit nach Hause. Mal sehen, was sich daraus machen lässt…

 

Mein lieber Mann trinkt für sein Leben gerne (wie fast alle Männer seiner Familie) Instant-Kakaogetränke.

Inzwischen spielen sich fast dramatische Szenen ab, da unser Vorrat des süßen braunen Pulvers zur Neige geht und man inzwischen mehr Boden als Kakao in der vor ein paar Monaten gekauften Verpackung sieht.

Dieses leckere Getränkepulver gibt es in verschiedenen Variationen: bio, konventionell, in einer Dose verpackt, in einer Plastiktüte, mit Bananen- oder sonstigem Geschmack…

Aber: Alle diese Produkte genügen nicht meinen Ansprüchen an Zero Waste und daher habe ich (zum Leidwesen meines Gatten) kein leckeres Kakaopulver mehr gekauft.
Bei meinen Recherchen im Internet flog mir dann ein Rezept zu. Und voller Elan habe ich mich an das Rezept gemacht:

20g Backkakaopulver
80g Zucker

Beides in eine dazu fähige Küchenmaschine geben und dort pulverisieren.

Super einfach. Ging auch super schnell. Das Ergebnis schmeckte „trocken“ gut. Zumindest nicht übel. Und Backkakao und Zucker gibt es ja auch bekanntlich in Papier zu kaufen. Ich dachte „Yeah!“ und schenkte mir ein Glas (kalte) Milch ein. Pulver dazu. Enttäuschung groß.

Das Pulver löste sich nicht. Meine Euphorie war dahin. In warmer Milch ging es dann, aber wer mag schon immer warmen Kakao trinken?

Also tranken wir eben meine Mixtur, mussten zig mal rühren und hatten dann eben doch staubige Getränkebällchen im Mund.
Und jetzt? Ist das mal wieder fast leer.

Und weil ich meinen Mann sehr gerne habe und ich ihn nicht auf Kakao-Entzug erleben will, habe ich heute in den sauren Apfel gebissen.
Bei einem Besuch in unserem Bio-Markt ums Eck gab es das hier:

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Jetzt probieren wir das mal. Ohne Zero Waste, mit Plastikverpackung.

Falls jemand eine Idee hat, wie wir das Problem zukünftig lösen können, nur her damit! Vielleicht verkauft ihr zufälligerweise kiloweise Instant-Pulver in eurem Laden? Oder ihr habt ein Rezept, das besser funktioniert? Nur her damit!